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Erich Ebbinghaus 1907 - 1971

Erich Ebbinghaus, der im Jahre 1907 geborene jüngste Sohn, war nach seiner Ausbildung als Stahlwarenhärter bereits im Gründungsjahr in den von seinem Vater geführten Lackierbetrieb eingetreten. Aufgrund der im Laufe der Jahre in Bezug auf die Lackiertechnik gesammelten Erfahrungen ging er im Jahre 1933 vorübergehend nach Köln, um bei der Lackfabrik Herbig Haarhaus als Lacktechniker und Lackiervorführer tätig zu werden. Auf Wunsch seines inzwischen 72-jährigen Vaters kam er im Jahre 1934 wieder nach Solingen- Ohligs zurück, um an dessen Stelle die Leitung des Betriebes zu übernehmen. Jetzt begann der eigentliche Ausbau und Aufstieg des Unternehmens, zumal mit Erich Ebbinghaus eine Persönlichkeit die Führung übernommen hatte, welche fortan unermüdlich und mit viel Geschick immer darauf bedacht war, neue Fertigungsmethoden zu entwickeln, die Qualität des Oberflächenschutzes zu verbessern und die Kapazität des Betriebes zu erweitern. Neben der Einfarbenlackierung der aus Blech gefertigten Taschenmesserbeschalungen versorgte er bald einen Teil der Solinger Industrie mit mehrfarbigen Lackaufträgen auf Messerschalen, die eine fast täuschend ähnliche Oberfläche von Mahagoni- oder anderen Naturhölzern darstellten und die teilweise noch auf Spezialmaschinen mit Werbesprüchen oder Landschaftsdarstellungen bedruckt wurden. Mitte der dreißiger Jahre war es dann so weit, dass Lackieraufträge aus den benachbarten Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Wuppertal kamen, wobei es sich hauptsächlich um Haushaltgeräte handelte, die meist aus optischen Gründen einen Oberflächenschutz erhalten sollten. In diese Zeit erhielt Ebbinghaus auch die ersten Aufträge für die Automobilindustrie: beträchtliche Mengen Blechascher für Kraftfahrzeuge wurden in Naturholzfarben lackiert und eingebrannt. Immer auf der Suche nach Neuem, wurde am 30. Mai 1935 für Erich Ebbinghaus ein Patent des damaligen Reichspatentamtes unter der Nr. 659176 erteilt mit der Bezeichnung: „Verfahren zur Herstellung von Lacküberzügen mit Iris- und Perlmuttwirkung auf Metallgegenständen.“Wie aus der Patentschrift hervorgeht, wurde hierbei besonders gedacht an Lacküberzüge für metallische Gegenstände, wie Taschen- und Rasiermesserhefte, Bestecke, Feuerzeuge, Puderdosen, Kinderspielzeuge, etc. Wieder ein Jahr später konnte die Umstellung aller mit Kohle beheizten Einbrennöfen auf Gas vollzogen werden, und als weiterer Fertigungszweig wurde das Rommellackieren von Massenartikeln.
Dieses Verfahren sollte einem so behandelten Werkstück in nachgeöltem Zustand einen zeitlich begrenzten Dieses Verfahren sollte einem so behandelten Werkstück in nachgeöltem Zustand einen zeitlich begrenzten Rostschutz zu verleihen oder einem anschließend lackierten Artikel eine bessere Haftung des aufgebrachten Lackfilms zu geben und zugleich ein Unterrosten an einer mechanisch beschädigten Stelle zu begrenzen und ein Abheben der angrenzenden Lackschichten zu verhindern. Neben der Lackierung von Artikeln für die Spielzeugindustrie, von Blechbeschlägen für die Hersteller von Reisekoffern in den verschiedensten Farbtönen sowie von Haarklammern für die Damenwelt wurden im Auftrage der deutschen Bundesbahn in großen Mengen Schilder aus Bakelit mit einem Lacküberzug versehen und die darauf vorhandenen Schriftzüge anschließend noch mit einer weißen oder schwarzen Farbe ausgelegt. In riesigen Mengen wurden aus Holz gefertigte Keilabsätze für Damenschuhe produziert, die an der sichtbaren Außenseite eine mit einem besonderen Lackierverfahren erzeugte Kork- oder Leder-Imitation aufwiesen. Als Muster für plastische Erzeugnisse fand hierüber Anfang 1948 eine Eintragung in das Musterregister des Amtsgerichts Solingen statt. Das Jahr 1950 wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes zum Schicksalsjahr des sich noch in den Nachkriegswehen windenden Betriebes. Als Ergebnis eines äußerst sinnvoll konstruierten zusammenlegbaren Transportbehälters, welcher von der deutschen Bundesbahn für den Transport von Gütern auf dem Schienenwege eingesetzt werden sollte, und die Annahme des Lackierauftrages für Mitte 1950 wurde das Unternehmen erstmalig mit einer größeren Aufgabe konfrontiert. In den bislang genutzten Räumen konnte dieser Großauftrag nicht zusätzlich durchgesetzt werden, und so musste zwangsläufig ein Zweigbetrieb gemietet werden, der dann in Solingen-Weyer gefunden wurde. Von diesem Augenblick an zeichnete sich langsam eine stetige bis zum heutigen Tage anhaltende Aufwärtsentwicklung ab.
Im Jahre 1951 – dem Todesjahr des Gründers Ernst Ebbinghaus – gelang es schließlich, ein Größeres unbebautes Grundstück in Solingen-Ohligs an der Dunkelnberger Straße zu erwerben. Im Jahr darauf wurde auch schon mit dem Bau des ersten Teiles des heute stehenden Betriebes begonnen. Im gleichen Jahr trat Ernst Ebbinghaus, Sohn von Erich Ebbinghaus ins Unternehmen ein. Nach Fertigstellung des für Büroräume und Hygienezwecke unterkellerten neu geschaffenen Werkraumes wurde im Jahre 1953 sofort mit dem Lackieren von Mantelblechen für die damals neu auf den Markt gekommenen ersten deutschen vollautomatischen Waschmaschinen angefangen. Diese Fertigung übte bis zum Ausgang der sechziger Jahre einen ganz beträchtlichen Einfluss auf die weitere Betriebsgestaltung aus und blieb bei späteren Betriebserweiterungen infolge der Größenordnung der zu lackierenden Teile immer ein dominierender Faktor. Im Zuge der besonders auftragsträchtigen Nachkriegszeit wurde dann bereits im Jahre 1954 eine Erweiterung des ersten Teilbetriebes zum Abschluss gebracht, wodurch die Zusammenfassung der an drei verschiedenen Orten getrennt arbeitenden Produktionsstätten ermöglicht wurde. Im gleichen Jahr erfolgte die Eintragung der Firma als Kommanditgesellschaft in das Handelsregister des Amtsgerichts Solingen. Auf dem Hintergelände wurde ein weiterer Betriebsneubau erstellt und längsseits des Betriebes eine überdachte Rampe geschaffen. Durch eine Erweiterung des betriebseigenen Fuhrparks wurde die Lagerquote in möglichst kleinen Grenzen gehalten. 1957 wurde das Bürogebäude errichtet. Der letzte Bauabschnitt konnte im Jahre 1961 beendet werden.
Hier entstand eine nach modernsten Gesichtspunkten konstruierte Lackierstraße auf der Basis der elektrostatischen Spritzlackierung. Durch die gleichzeitige Schaffung von Anlagen für die Vorbehandlung in Bezug auf das Entfetten und das Phosphatieren der Werkstücke vor dem Lackierprozess wurde somit eine selbständige Abteilung innerhalb des Gesamtbetriebes geschaffen. Die eigentliche Lackierstraße führt zunächst an einem wasserberieselten Spritzstand vorbei, an dem die zur Bearbeitung kommenden Werkstücke von Hand aus elektrostatisch vorgespritzt werden können. Anschließend durchlaufen die Teile noch zwei ebenfalls wasserberieselte Spritzkabinen, die mit hydraulisch arbeitenden elektrostatischen Spritzpistolen bestückt sind und denen jeweils eine Abdunststrecke mit einer Länge von 27 Metern nachgeschaltet ist und münden schließlich in den Trockenofen ein. Die Transportkette zur Führung des Lackiergutes durch die Anlage hat eine Gesamtlänge von 137 Metern und kann Teile mit den Ausmaßen 1700 x 1600 mm und einer Objekttiefe von etwa 900 mm befördern. Die Durchsatzgeschwindigkeit ist stufenlos regelbar und kann von 0,50 bis 4,80 m/min eingestellt werden. In den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme wurden neben Waschmaschinenblechen vor allem Rasenmäherteile, Stuhluntergestelle, Gepäckablagen und Bundeswehrgerät oberflächengeschützt. Der Oberflächenschutz für Scheren und Kastenmesserschalen wurde im Jahre 1965 eingestellt. weiterlesen
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